persönlicher Kommentar / Leserbrief
40 Jahre nach Tschernobyl – Nie wieder Atomkraft!
Gedanken zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
Zwischenlager Grafenrheinfeld
40 Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe von Tschernobyl träumen einflussreiche konservative Politiker, allen voran der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Ursula von der Leyen, von einer Rennaissance der Kernenergie. „Small modular reactors“ lautet das Zauberwort. Viele kleine Kernkraftwerke sollen saubere und bezahlbare Energie liefern und dabei noch Atommüll verbrennen. Zahlreiche zurecht besorgte ÖDP-Kreisvorsitzende fragen aktuell bei Markus Söder nach, ob auch ihre Stadt, bzw. Region als künftiger Standort solcher Reaktoren geplant ist. Es ist bemerkenswert, dass hier eine Technik propagiert wird, die noch nirgends auf der Welt nachvollziehbar und wirtschaftlich funktioniert!
In Deutschland haben wir mittlerweile endlich den Ausstieg aus der Kernenergie geschafft. Trotz fortgesetzter Behinderung der Energiewende durch CDU/CSU-geführte Regierungen gingen in unserem Land bislang definitiv nicht „die Lichter aus“. Ein Mangel an verfügbarer Energie ist nicht wirklich erkennbar. Die Tatsache, dass aktuell Energie in Deutschland teurer ist als anderswo, liegt nicht an den erneuerbaren Energien, sondern eher am verschleppten Ausbau der Netze.
Die Vorstellung, dass ausgerechnet die teuerste Energieform irgendwelche imaginären Versorgungslücken schließen soll und Energie wieder bezahlbar machen soll, ist absurd. Kernenergie ist weder kurzfristig verfügbar, noch wirtschaftlich. Und auch die kleinen Atomkraftwerke produzieren gefährlichen Atommüll, von dem wir ohnehin schon viel zu viel in 16 sog. Zwischenlagern haben – eines davon „vor unserer Haustür“ in Grafenrheinfeld. Und niemand weiß, wohin damit. Die verantwortlichen Politiker verschieben die Lösung dieses Problems auf den St. Nimmerleinstag. Und wer denkt, dass die Lagerung in diesen Zwischenlagern sicher ist, hat offensichtlich einen herben Realitätsverlust. Die aktuellen Kriegsszenarien in der Ukraine und im Iran zeigen, dass Aggressoren durchaus gezielt Atomkraftwerke und Nuklearanlagen angreifen. Ein zuverlässiger Schutz gegen solche Attacken ist definitiv nicht möglich.
Aus den genannten Gründen und insbesondere angesichts der verheerenden Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, sowie der vollkommen ungelösten Problematik, wie der gefährliche Atommüll sicher, dauerhaft und endgültig gelagert werden kann, ist eine „Renaissance“ der Kernenergie entschieden abzulehnen, zumal sie definitiv nicht gebraucht wird – zumindest nicht für unsere Energieversorgung!
Die ÖDP hat schon einmal in Bayern dafür gesorgt, dass geplante Kernkraftwerke nicht realisiert wurden; und genau dafür würde sie auch ein weiteres Mal kämpfen. Es bleibt dabei: Nie wieder Atomkraft!
Dringend notwendig ist vielmehr der schnellstmögliche Umstieg auf 100% Erneuerbare mit beschleunigtem Netz- und Speichermedienausbau.
Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.

