© Mainpost 11.04.2011
 
Ballons als radioaktive Wolke

Aufruf zur Teilnahme an Anti-Atom-Demo

Das unterfränkische Aktionsbündnis „Tschernobyl mahnt“ ruft zur Teilnahme an einer großen Anti-Atomkraft-Demonstration am Ostermontag (25. April) in Bergrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) auf. Am Tag vor dem Jahrestag des Nuklearunfalls in der Ukraine wird nach einem Sternmarsch bei einer Kundgebung in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk Grafenrheinfeld an die Opfer der Katastrophe in Tschernobyl erinnert, die durch die wahrscheinlich noch größere Katastrophe im japanischen Fukushima traurige Aktualität erlangt habe, sagte der Bezirksvorsitzende der Grünen, Martin Heilig, am Freitag bei einer Pressekonferenz im DGB-Haus in Schweinfurt.
Das breite Bündnis, dem neben den Parteien Freie Wähler, ÖDP, Bündnisgrüne und SPD noch der Bund Naturschutz, DGB, die IG Metall und zahlreiche Anti-Atomkraftgruppierungen aus Mainfranken angehören, hat sich vor drei Monaten zusammengefunden, also noch vor Fukushima. Am Ostermontag erwartet man in Bergrheinfeld mehrere Tausend Atomkraft-Gegner. Kernforderung ist der möglichst schnelle Ausstieg aus der Kernkraft.
Zahlreiche Busse sind bereits jetzt aus Hessen, Thüringen, Ober- und Mittelfranken sowie aus der Oberpfalz angemeldet. Angekündigt ist auch ein Traktorkonvoi aus Mellrichstadt.
Informationen zum Ablauf unter http://tschernobyl25.de/ und http://antiatomgrafenrheinfeld.bi-gochsheim.de
Start ist um 11.30 Uhr an drei Treffpunkten in Bergrheinfeld. Von dort ziehen die Züge um 12 Uhr zum zentralen Kundgebungsplatz. Dort sprechen ab 13 Uhr Sebastian Schönauer vom Bund Naturschutz, Sabine Klier (Mütter gegen Atomkraft Erlangen), der ungarische Bio-Physiker Jozsef Kóbor, die Autorin des kernkraftkritischen Buches „Die Wolke“, Gudrun Pausewang, das Gründungsmitglied der Schweinfurter Bürgeraktion gegen Atomkraft, der FH-Professor und SPD-Stadtrat Herbert Wiener sowie der Schweinfurter Schauspieler Peter Hub.
Nach den Reden gibt es Musik von „Mihalys Theorie“, der Gruppe „Die Sennfelder“ und „Senore Matze Rossi“. Höhepunkt soll eine Luftballonaktion sein, bei der gegen 15 Uhr 1000 Luftballons als Sinnbild einer radioaktiven Wolke auf die Reise geschickt werden. Fukushima habe gezeigt, dass die Nukleartechnologie vom Menschen nicht beherrschbar sei und deshalb „muss damit Schluss gemacht werden“, sagte Heilig.
Der Erlös der Veranstaltung geht an die Tschernobyl-Hilfe von Erwin Koch aus Unfinden (Kreis Haßberge). Das Bündnis ruft auch zur Teilnahme am Gedenkgottesdienst für die Tschernobyl-Opfer am 26. April (19 Uhr) in St. Johannis Würzburg und dem Würzburger Ostermarsch am 23. April um 11 Uhr ab Hauptbahnhof auf.
Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich

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