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Aufruf zur Teilnahme an Anti-Atom-Demo
Das unterfränkische Aktionsbündnis „Tschernobyl mahnt“
ruft zur Teilnahme an einer großen Anti-Atomkraft-Demonstration am
Ostermontag (25. April) in Bergrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) auf. Am Tag vor
dem Jahrestag des Nuklearunfalls in der Ukraine wird nach einem Sternmarsch
bei einer Kundgebung in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk Grafenrheinfeld
an die Opfer der Katastrophe in Tschernobyl erinnert, die durch die
wahrscheinlich noch größere Katastrophe im japanischen Fukushima traurige
Aktualität erlangt habe, sagte der Bezirksvorsitzende der Grünen, Martin
Heilig, am Freitag bei einer Pressekonferenz im DGB-Haus in Schweinfurt.
Das breite Bündnis, dem neben den Parteien Freie Wähler, ÖDP, Bündnisgrüne
und SPD noch der Bund Naturschutz, DGB, die IG Metall und zahlreiche
Anti-Atomkraftgruppierungen aus Mainfranken angehören, hat sich vor drei
Monaten zusammengefunden, also noch vor Fukushima. Am Ostermontag erwartet
man in Bergrheinfeld mehrere Tausend Atomkraft-Gegner. Kernforderung ist der
möglichst schnelle Ausstieg aus der Kernkraft.
Zahlreiche Busse sind bereits jetzt aus Hessen, Thüringen, Ober- und
Mittelfranken sowie aus der Oberpfalz angemeldet. Angekündigt ist auch ein
Traktorkonvoi aus Mellrichstadt.
Informationen zum Ablauf unter
http://tschernobyl25.de/ und
http://antiatomgrafenrheinfeld.bi-gochsheim.de
Start ist um 11.30 Uhr an drei Treffpunkten in Bergrheinfeld. Von dort
ziehen die Züge um 12 Uhr zum zentralen Kundgebungsplatz. Dort sprechen ab
13 Uhr Sebastian Schönauer vom Bund Naturschutz, Sabine Klier (Mütter gegen
Atomkraft Erlangen), der ungarische Bio-Physiker Jozsef Kóbor, die Autorin
des kernkraftkritischen Buches „Die Wolke“, Gudrun Pausewang, das
Gründungsmitglied der Schweinfurter Bürgeraktion gegen Atomkraft, der
FH-Professor und SPD-Stadtrat Herbert Wiener sowie der Schweinfurter
Schauspieler Peter Hub.
Nach den Reden gibt es Musik von „Mihalys Theorie“, der Gruppe „Die
Sennfelder“ und „Senore Matze Rossi“. Höhepunkt soll eine Luftballonaktion
sein, bei der gegen 15 Uhr 1000 Luftballons als Sinnbild einer radioaktiven
Wolke auf die Reise geschickt werden. Fukushima habe gezeigt, dass die
Nukleartechnologie vom Menschen nicht beherrschbar sei und deshalb „muss
damit Schluss gemacht werden“, sagte Heilig.
Der Erlös der Veranstaltung geht an die Tschernobyl-Hilfe von Erwin Koch aus
Unfinden (Kreis Haßberge). Das Bündnis ruft auch zur Teilnahme am
Gedenkgottesdienst für die Tschernobyl-Opfer am 26. April (19 Uhr) in St.
Johannis Würzburg und dem Würzburger Ostermarsch am 23. April um 11 Uhr ab
Hauptbahnhof auf.
Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich |