Ostermarsch für eine gentechnikfreie Landwirtschaft: 700 Teilnehmer beim Protestzug gegen das größte bayerische Gen-Maisfeld

ödp-Landesvorstandsmitglied Frank Höppel: „Nicht die CSU und Monsanto,  sondern das breite Bündnis gentechnikkritischer Organisationen wird den längeren Atem haben!“

Kitzingen. Rund 700 Verbraucher, Imker und Landwirte beteiligten sich am Ostermontag an einem von der ödp organisierten Ostermarsch gegen das geplante Gen-Maisfeld in Biebelried im Landkreis Kitzingen. Mit fast 30.000 qm ist das Feld die landesweit größte Gen-Maisfläche. Der Gen-Saatguthersteller Monsanto hat sich heuer nach Angaben der ödp auf Unterfranken konzentriert, nachdem in Südbayern im vergangenen Jahr fast alle privaten Gen-Maisfelder nach massiven Protesten von den jeweiligen Landwirten aufgegeben wurden. „Wir hoffen, dass es wie beim ödp-Ostermarsch im vergangenen Jahr gelingt, den Gen-Bauern zur Rücknahme seines Vorhabens zu bewegen“, erklärte Frank Höppel vom ödp-Landesvorstand.

Die Ostermarschierer versammelten sich am Montag (9.4.07) zunächst auf dem Rathausplatz des Biebelrieder Ortsteils Westheim, unmittelbar vor dem Hofes des Landwirtes, der den Gen-Anbau angemeldet hat, unter ihnen ödp-Landesvorstandsmitglied Frank Höppel, der stellvertetende Landesvorsitzende des Öko-Anbauverbandes Naturland Paul Knoblach, Manfred Engelhardt vom Bund Naturschutz, der Bezirksvorsitzende der Imker Unterfranken Peter Maske sowie ödp-Bezirkschef Steffen Scholz und ödp-Kreisvorsitzender Jens Pauluhn. Nach der Kundgebung startete der Ostermarsch zum 3 km entfernten Gen-Maisfeld.

Die Kundgebungsredner fordert in ihren Reden, die Freisetzung genmanipulierter Organismen sofort zu stoppen. „Der Landwirt, der diesen Angriff auf die Schöpfung vorhat, macht sich zum Handlanger der Gen-Konzerne und setzt die Existenz der bäuerlichen Landwirtschaft aufs Spiel", kritisiert Höppel das Vorhaben. Einmal in die freie Natur entlassen, könne niemand mehr die genveränderten Organismen zurückholen. Die gesamte Region werde gentechnisch verunreinigt

Peter Maske, Bezirksvorsitzender der unterfränkischen Imker betonte in seiner Rede, dass Bienen drei bis fünf km fliegen, was einen Bereich von ca. 30 Quadratkilometern bedeute. Der Maispollen fliege schon allein windbedingt ca. 1.000 Meter. „Sowohl der Wind als auch die Bienen werden also GVO-Pollen auf gentechnikfreie Pflanzen bringen und damit erfolgt eine Vermischung. Somit ist keine Koexistenz möglich, weder für den Landwirt noch für uns Imker. Wir Imker wollen nicht einfach hinnehmen, dass in unseren Honig GVO-Pollen kommen“, kritisierte Maske.

ödp-Bezirksvorsitzender Steffen Scholz erklärte: "Solange die Risiken nicht widerlegt sind, kann und darf eine solche Technologie nicht im direkten Umfeld der Menschen angebaut werden. Ob man es als Eingriff in die Schöpfung oder in die Evolution sieht: Die Folgen sind unabsehbar. Dies beweisen auch schon die letzten Tierversuche, bei denen es zu Vergiftungssymptome und Schädigungen von Leber und Nieren der armen Tiere kam". ödp-Kreisvorsitzender Jens Pauluhn erinnerte daran, dass es keinen Versicherungsschutz gegen Gen-Verunreinigungen gebe, weil „weder die Agro-, Chemie- noch die Versicherungskonzerne die Risiken abschätzen können“.

Die ödp Bayern verweist auch auf die völlig andere Situation im agrargentechnikfreien Österreich: „In unserem Nachbarland, das denselben EU-Freisetzungsrichtlinien wie Bayern unterliegt, raten die Politiker den Landwirten, die Finger von genveränderten Organismen zu lassen, während die CSU der Genmanipulation durch Aussaat auf Staatsgütern Tür und Tor öffnet“, so Höppel. Das Ziel einer gentechnikfreien bayerischen Landwirtschaft werde zentrales Thema im bayerischen Superwahljahr 2008. Höppel: „Nicht die CSU und Monsanto,  sondern das breite Bündnis gentechnikkritischer Organisationen wird den längeren Atem haben!“

 

„Gen-Raps ist außer Kontrolle“ von Schrot und Korn

Der kanadische Bauer Percy Schmeiser ist dem Streit mit dem Konzern Monsanto nicht ausgewichen und hat teuer dafür bezahlt. Doch er kämpft weiter gegen Gentechnik auf den Feldern. Weil er weiß, was sie anrichtet. // Interview: Leo Frühschütz, Fotos: Maria Scherf
http://www.schrotundkorn.de/2006/200607b01.html
Ein anderes Interview mit Percy Schmeiser.
http://www.umweltinstitut.org/frames/all/m436.htm

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