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"Der runde Tisch Mobilfunk", den Peter
Spath leitet, ist einen Monat lang mit einem eigens gestalteten Infomobil in
der Stadt unterwegs. Die Schweinfurter sollen wieder verstärkt dafür
sensibilisiert werden, welche Gefahren von den Handymasten drohen würden.
Der umgebaute Lieferwagen dient gleichzeitig als Ankündigung für das
Volksbegehren "Mobilfunk" der ÖDP, das im Frühjahr 2005 (Kontakt:
Tel. 299056) durchgeführt werden soll.
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FOTO CHRISTOPHER
RICHTER |
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Peter Spath und Roland
Probst (rechts) vor dem Infomobil in der Niederwerrner Straße |
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Bereits im Höllental (vor den Masten auf
der Peterstirn), auf der Eselshöhe und in Bergrheinfeld stand das Fahrzeug.
Demnächst werden die Stadtteile Deutschhof, Hochfeld und Bergl angefahren.
"Das Thema Mobilfunk muss in den Köpfen bleiben, es darf nicht verloren
gehen", meint Organisator Spath. Und Roland Probst von der achtköpfigen
Initiative ergänzt: "Außer Unterschriften gegen die Masten passiert doch
sonst nichts vor Ort." Und Unterschriften seien leider mittlerweile ein
stumpfes Werkzeug; sie würden in irgendwelchen Schubladen landen und nie
wieder auftauchen.
Das städtische Mobilfunkkonzept bezeichnen die beiden Mobilfunkkritiker als
"Beruhigungspille fürs Volk ohne rechtliche Substanz." Als Beleg sollen der
Mastenabstand "von nur 24 Metern" zur Wohnscheibe am Bergl, die Sendemasten
auf dem Hochhaus am Jägersbrunnen (die in die Operationssäle des
Josef-Krankenhauses strahlen würden) und verschiedene Privatklagen gegen
Handymasten in Oberndorf und an der Eselshöhe dienen.
"Das Mobilfunkkonzept ist kein Allheilmittel", räumt Susanne Meier
(Ordnungsamt) auf Anfrage dieser Zeitung ein. Nirgendwo in der Stadt werde
aber die rechtlich zugelassene Strahlung überschritten, und Probleme gäbe es
nur mit den Altanlagen. "Das Mobilfunkkonzept ist der einzig gangbare Weg.
Wir haben damit Pionierarbeit geleistet!", bekommt Meier Unterstützung von
Ordnungsreferent Jürgen Montag. Zu der Strahlung am Josef-Krankenhaus, die
von den Betonwänden ohnehin abgeschwächt werde, verspricht er aber: "Wir
werden uns das noch mal ansehen!"
Vergangenen Montag stand das Infomobil vor dem Domizil der Christlichen
Gemeinde Schweinfurt. Auf dem Dach des Gebäudes am Anfang der Niederwerrner
Straße befindet sich seit geraumer Zeit eine wuchtige Sendeanlage. "Wir
wollen Handymasten nicht grundsätzlich verbieten lassen. Sie müssen aber
raus aus sensiblen Gebieten", sagt Spath mit Blick auf die nahegelegenen
Altenwohnheime Wilhelm Löhe Haus (Diakonie) und Maria Hilf. Nach Auskunft
der Stadt Schweinfurt befindet sich das Marienstift in einem Abstand von
mehr als 80 Metern, das Willhelm Löhe Haus etwa 140 m entfernt. Das sei ein
"ganz normaler Abstand!" Die Strahlung des Senders sei von der
Genehmigungsbehörde in Würzburg als zulässig erklärt worden und hänge davon
ab, wie viel jeweils telefoniert werde. Die Krux an dieser - wie auch
anderen privaten Anlagen - sei, laut Spath, dass sie wegen ihrer Größe
(unter zehn Meter) genehmigungsfrei seien. Die Stadt habe dagegen gar keine
rechtliche Handhabe.
Dies bestätigt man seitens der Stadtverwaltung. "Seit dem Mobilfunkkonzept
wird aber keine Anlage mehr ohne unser Wissen gebaut", hält Susanne Meier
dagegen.
Mit dem Volksbegehren Mobilfunk will die ÖDP den Gemeinden diese
Entscheidungsgewalt zurückgeben, indem für alle Sendemasten eine
Baugenehmigung vorgeschrieben werden soll. Zugleich wird eine radikale
Senkung der Strahlung noch unter die Schweitzer Grenzwerte gefordert. |