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Schweinfurt.
Der miserablen Informationspolitik der Betreiber des Atomkraftwerkes
Grafenrheinfeld zum Trotze (nicht einmal der Bürgermeister von Gochsheim
wurde rechtzeitig informiert und so war ein Schutz bzw. eine Flucht für
Betroffene Anwohner kaum möglich) haben auch dieses Mal wieder engagierte
Gochsheimer zusammen mit besorgten Bürgern aus dem Umland gegen die
Verladung und den Transport von Castorbehältern in der direkten
Nachbarschaft zu Wohnhäusern in Gochsheim demonstriert. Dabei war auch die
einzige verbliebene deutsche Antiatomkraftpartei, die ödp vertreten.
Die ödp lehnt den Atomkonsens ab, da er lediglich ein großes Geschenk an die
Atomindustrie aber ohne realistische Ausstiegsperspektive und ohne einen
Sicherheitsgewinn für die Bürger sei. Im Gegenteil würden
Sicherheitsstandards zurückgefahren.
Die ödp tritt für einen realistischerweise bis zum Jahr 2008 erzielbaren,
echten Atomausstieg bei einer gleichzeitig weitergehenden Förderung
regenerativer Energien ein. Sie tritt außerdem für einen baldest möglichen
Gleisanschluss des Atomkraftwerkes als einzige sinnvolle, derzeit verfügbare
Alternative zur Verladung in Gochsheim ein. Das geplante Zwischenlager in
der vorgesehenen Größe lehnen die Ökodemokraten ab. Stattdessen soll ein
wesentlich kleineres Zwischenlager auf eine Größe konzipiert werden, die
lediglich die Aufnahme des dort anfallenden Atommülls bis zum Ausstieg
aufnimmt. Nach dem Ausstieg soll unmittelbar mit der Suche nach einem
Endlagerungskonzept begonnen werden und somit die Lagerzeit im Zwischenlager
so kurz wie möglich gestaltet werden.
Die Betreiber missachten nicht nur das Schutzbedürfnis der Bürger Gochsheims
vor den Gefahren eines solchen Transportes. Auch der Wille vieler
Gochsheimer Bürger, die sich in einem Bürgerbegehren eindeutig für
rechtliche Schritte gegen die Verladung ausgesprochen haben, blieb
unbeachtet. Die Anwohner würden direkt und indirekt der Gefahr einer
Bestrahlung ausgesetzt. Im Übrigen sei entgegen einem gerichtlichen
Einspruch der Gemeinde Gochsheim, der sich gegen die Verladung wandte, die
Verladung mit Maßnahmen durchgesetzt worden, die in manchem bravem Bürger
die Frage nach dem Rechtsstaat herausfordern.
Leider sehen viele Menschen angesichts der politischen Lage und der
rücksichtslosen Durchsetzung der Atomkraftinteressen auch im Namen der
rot-grünen Regierung immer hoffnungsloser in die Zukunft. Doch die Bürger
haben mit der ödp eine vernünftige und realistische Perspektive – eine
Partei, die auch schon außerhalb der Parlamente mehr bewirkt hat als manche
Oppositionspartei z.B. im bayrischen Landtag, so äußerte sich Peter Spath,
der Vorsitzende. |