| © Mainpost 26.02.2002 |
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"Mit Händen und Füßen wehren!" |
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Schweinfurt (SP) Eindeutige Studien würden ignoriert oder sogar falsch dargestellt, stellte Siegfried Zwerenz von der Bürgerwelle fest. In seinem Vortrag sparte er ebenfalls nicht mit Kritik an dem Mobilfunkkonzept der Stadt. |
Siegfried Zwerenz von der Bürgerwelle e.V. über die Gefährlichkeit
des Mobilfunks. "Ich kann und will Ihnen das Handy nicht verbieten. Aber Sie
haben ein Anrecht zu erfahren, was die Strahlen wirklich anrichten",
begrüßte Siegfried Zwerenz am Montag über 30 Interessierte im Pfarrzentrum
St. Josef zu seinem Vortrag über Mobilfunk, zu dem der ödp-Kreisverband
geladen hatte.Der Heilpraktiker und Baubiologe Zwerenz ist Vorsitzender der Bürgerwelle e.V., die Dachverband für rund 1300 Bürgerinitiativen gegen den Mobilfunk ist, und bereits über 1000 Sendeanlagen verhindert hat. Zudem ist er Mobilfunk-Sachverständiger, der zu diesem brisanten Thema immer wieder von Landtagen und vom Bundestag hinzugezogen wird. In seinen knapp zweistündigen Ausführungen ging Zwerenz auf die gesundheitsschädlichen Auswirkungen der hochfrequent gepulsten Strahlen ein und kritisierte scharf die viel zu hohen Grenzwerte in Deutschland. Dabei kam er zu dem Schluss: Alle wissenschaftlichen Studien, die eine Schädigung beweisen, werden von den Betreibern und der Politik ignoriert, falsch dargestellt und falsch interpretiert; Vor allem die für die Festsetzung der Strahlungs-Grenzwerte in Deutschland zuständige internationale Strahlenschutzkommission ICNIRP griff er scharf an. Deren Werte würden einfach 1:1 übernommen, obwohl sie aus über 100 verfügbaren Studien nur 13 ausgewählt hätte. Selbst die Weltgesundheitsorganisation WHO und die UNO distanzierten sich bereits von dem privaten Verein, der Zwerenz' Meinung nach ein elitärer Klüngel von Mobilfunk freundlichen Wissenschaftlern sei. Die STOA-Kommission des Europäischen Parlamentes sei sogar zu dem Ergebnis gekommen: Das Nichtvorhandensein von Gesundheitsproblemen ist unhaltbar! "Die Besorgnis der Öffentlichkeit ist somit nicht unbegründet und die Ironie ... besteht darin, dass die aktuellen Sicherheitsrichtlinien elektronischen Instrumenten mehr Schutz bieten als dem Menschen!" Bedenklich stimmten vor allem, so Zwerenz, dass selbst Prof. Peter Semm von der Deutschen Telekom festgestellt hat, dass die Nervenzellen weit unterhalb der aktuellen Grenzwerte falsch reagieren würden. Ein staatlich-finanziertes Forschungsinstitut in Frankreich drohte einem seiner Wissenschaftler sogar an, nachdem er eindeutige Beweise herausgefunden hatte: Mund halten oder Rausschmiss.
Dass auch in Deutschland absichtlich "geschummelt" werde, zeige laut Zwerenz die Falschaussagen des Bayerischen Umweltministers Schnappauf zur Rinderstudie. Während er deren Ergebnisse als ungefährlich einstufte, korrigierte ihn der zuständige Forscher, dass genau das Gegenteil in der Studie stehe.
Die neue UMTS-Technologie hält auch eine der größten Unternehmensberatungen in Europa, McKinsey, für ein "270 Milliarden Euro Grab". Obwohl in Schweinfurt hierfür ein Mobilfunkkonzept verabschiedet wurde, appellierte Zwerenz: "Ich würde mich mit Händen und Füßen dagegen wehren!" An die Stadt gerichtet sagte er: Mit diesem Konzept ebnet sie den Weg für die Betreiber und macht es ihnen äußerst einfach, hier Fuß zu fassen.
Dass das Argument, die Stadt hätte gar nichts mehr zu sagen, sollte das Konzept abgelehnt werden, so nicht stimme, entgegnete Zwerenz mit der Entscheidung eines Landratsamtes. Im Januar 2000 untersagte die Behörde in Garmisch-Partenkirchen der Telekom die Nutzung einer bereits installierten Basisstation auf dem Dach eines Wohnhauses in Unterammergau. Begründung: Die Antennen seien formell rechtswidrig errichtet worden, da es das Unternehmen bei der Errichtung versäumt hatte, eine Befreiung von der Baunutzungsverordnung für das "Allgemeine Wohngebiet" zu beantragen.
Das ständig aktualisierte Infopaket "Risiko Mobilfunk" (22 Euro) kann angefordert werden unter: Bürgerwelle e.v Lindenweg 10, 95643 Tirschenreuth, Tel. (0 96 31) 79 57 36. |
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Von Stefan Pfister, Mitarbeiter der Volkszeitung |
![]() Gestoppt: Am
Bergel-Kamin wird vorerst keine Mobilfunkanlage installiert. |