© Mainpost 14.11.2001

"Standpunkt: Übertrieben und provokativ"

Polizei-Einsatz bei unangemeldeter Demo

    Wenn eine Gruppe von zehn Demonstranten, die ruhig ihre Plakate vor dem Gelände des Kernkraftwerkes halten, die Sicherheit des Grafenrheinfelder Kernkraftwerkes gefährden, so stellt sich die Frage, wie es um die Sicherheit bestellt ist.

                                FOTO SUSANNE MARQUARDT

Ein Polizeieinsatz von ebenso vielen Beamten wie Demonstranten, wirkt angesichts einer Plakat-Kundgebung per se schon übertrieben. Fehlt dann einzelnen Beamten noch die nötige Sensibilität bei ihrem Einsatz, so kann ein solcher Auftritt schnell provokativ wirken.
Die Demonstranten jedoch ließen sich zum Glück nicht von zwei einzelnen Polizisten provozieren, es waren noch genügend andere Beamte da, mit denen sie über ihr Anliegen sachlich diskutieren konnten.
In der Diskussion wurde weitgehend unisono jede Art von Gentechnik in der Landwirtschaft abgelehnt. Es wurde vorgeschlagen, auf Landwirte und Politiker einzuwirken, aber auch gezielt die Macht als Verbraucher zu nutzen und grundsätzlich keine Gen-Produkte zu kaufen.
Grafenrheinfeld (mar) Am Dienstag Nachmittag fand sich eine Gruppe von zehn Menschen zu einer spontanen Demonstration am Kernkraftwerk zusammen. Mit Plakaten bezeugten sie ihre Solidarität mit den Protestierenden im Wendland und bei Gorleben. Die Polizei stellte ein Aufgebot von etwa ebenso vielen Beamten. Nach etwa 40 Minuten erhielten die Kernkraftgegner einen Platzverweis, da die Polizei die Sicherheit des Kraftwerks Grafenrheinfeld gefährdet sah. Außerdem wurden die Personalien aufgenommen und die Möglichkeit eines Bußgeldbescheides aufgrund einer nicht
angemeldeten Demonstration angekündigt.

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Marquardt

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