© Mainpost 14.10.2000

"Der Ausstieg ist sofort möglich"

Atomkraftgegner zogen durch die City.
Gegner der Kernenergie haben am Samstag gegen die Errichtung des geplanten Zwischenlagers am Atomkraftwerk Grafenrheinfeld protestiert.

"Atomstopp statt Zwischenlager" war die Aktion überschrieben, die gegen Mittag in einer Kundgebung am Postplatz gipfelte. Lautstark verliehen die Teilnehmer ihrer Unzufriedenheit über den Atom-Konsens der rot-grünen Bundesregierung Ausdruck.
Jürgen Grahl als Vertreter des Solar-Fördervereins hielt die Hauptansprache, in der er auf die seiner Meinung nach gegebene Möglichkeit eines sofortigen Ausstiegs aus der nuklearen Stromgewinnung hinwies. Während er große Teile der rot-grünen Energiepolitik somit heftig kritisierte, verteidigte Grahl das Konzept der Ökosteuer.
Besonderen Wert legte der Umwelt-Aktivist auf die Feststellung, dass sich Wind- und Stromkraft auch wirtschaftlich rechnen könnten. Ein gänzlicher Umstieg auf alternative Energien könne an die eine Million neuer Arbeitsplätze schaffen und so die aus der Schließung der Atomkraftwerke folgenden Freistellungen mehr als ausgleichen.
Auch BA-BI und Greenpeace waren unter anderem mit Info-Ständen über ihre Arbeit vertreten. Wie sie, so fordert auch die ödp als Mitorganisatorin der Demonstration, den Verzicht auf Zwischenlager an den Kraftwerken.
In einer Pressekonferenz im Vorfeld des Zuges durch die City äußerten sich der eigens angereiste Landesvorsitzende Bernhard Suttner sowie Professor Dr. Klaus Buchner als Atomexperte der Partei äußerst besorgt über die mit der Errichtung eines Zwischenlagers verbundenen Sicherheits-Risiken. Beispielsweise durch Terroranschläge könnten sich Katastrophen ungeheuren Ausmaßes ergeben. Auch der stellvertretende ödp-Bezirksvorsitzende Uwe Dolata spricht sich daher für einen angesichts des hohen Energieüberschusses möglichen Sofort-Ausstieg und einige wenige gut gesicherte Zwischenlager aus. Weiterhin hofft die Partei, dass ihre Klage gegen die angebliche Bevorzugung der Atomenergie bei der EU-Wettbewerbskommission Erfolg hat.

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