von Thomas Abendroth

ödp Kreisverband Schweinfurt fordert "Lebensschutz versus rücksichtsloser Raserei"

Zum Schulbeginn: Statistisches Bundesamt veröffentlicht erschreckende Zahlen über tote und verletzte Kinder im Strassenverkehr.

Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 03.08.2000 verunglückten im Jahr 1999 in Deutschland rund 49200 Kinder im Alter von unter 15 Jahren im Strassenverkehr. Das waren 2700 oder 6% mehr als 1998. Im Durchschnitt kam damit alle 11 Minuten ein Kind im Strassenverkehr zu Schaden. Fast täglich wird ein Kind im Strassenverkehr getötet. Das bedeutet unvorstellbares Leid für die Eltern.
Anlässlich des herannahenden Schulbeginns bittet daher der ödp-Kreisverband Schweinfurt Frau Staatsministerin Stamm um eine politische Initiative in der CSU, im Bayerischen Kabinett und im Bundesrat mit dem Ziel, endlich ein allgemeines Tempolimit auf Deutschlands Strassen zu erreichen (z.B.: in Wohngebieten 30 km/h, außerhalb von Ortschaften 90 km/h und auf Autobahnen 120 km/h). Neben den ökologischen Wirkungen geht es dabei vor allem um den Lebensschutz: Es ist unbestritten, dass ein generelles Tempolimit die Zahl der Unfälle und die Schwere der Unfallfolgen reduzieren kann. Dabei nimmt die Qualität der Mobilität nicht einmal ab, was durch eine Vielzahl von Studien über den verbesserten Verkehrsfluss bei angemessenen Tempolimits nachgewiesen ist.
Der ödp-Kreisvorsitzende Greubel wendet sich mit diesem Anliegen bewusst an die Familienministerin. Seine Begründung zu diesem Thema: "Ich weiß, dass ich beim an sich zuständigen Minister Wiesheu ebensowenig auf eine positive Resonanz stoßen werde wie bei der rot-grünen Bundesregierung mit ihrem Autokanzler!" Die Frage des Unfallschutzes insbesondere für Kinder ist aber eine ethische Frage. Es sind hier Werte wie Fahrvergnügen, Zeitgewinn, ökonomische Interessen der Automobilindustrie gegen den Wert Leben und Gesundheit abzuwägen. Unter wertkonservativen Politikern sollte es eigentlich über diese Frage keinen Streit geben dürfen. "Gerade Politikerinnen wie Frau Stamm, die sich für den Schutz ungeborener Kinder einsetzen, müssen auch den Lebensschutz geborener Menschen einfordern", so Greubel.

 Zurück